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Aktueller Kilometerstand: 9120km

Moin, Moin,
schön das Du den Weg auf meine Seite gefunden hast.
Ich würde mich über einen Eintrag im Gästebuch mit Anregungen, Tipps, Erfahrungen oder Kritik sehr freuen.

Auf der Suche nach einer leichten, mit gutem Wetterschutz und ausreichender Reichweite ausgestatteten Enduro zum Endurowandern mit leichtem Gepäck und gerne auch mit Zelt, Isomatte und Schlafsack habe ich (Ralf) mich nun für die Honda CRF 250 Rally, die seit April 2017 zu haben ist, entschieden und möchte auf dieser Seite meine Erfahrungen mit euch teilen bzw. austauschen.

Andere private Erfahrungen habe ich hier und hier gefunden.

Da ich bisher, abgesehen von der KTM 690 Enduro, nur "erwachsene" Reiseenduros wie R1150 GS, V-Strom 1000, F800 GS Adventure, R1200 GS Adventure, XT 660 Z und CRF 1000 Africa Twin gefahren habe, war ich anfangs auch eher skeptisch, ob 250ccm und 25 Ps überhaupt ein Motorrad bewegen können.

Ich wohne in der Nähe von Bremen und somit weit weg von den Bergen. Daher lag bisher immer das Hauptaugenmerk auf eine entspannte Anreise.

In den Alpen angekommen hab ich mich dann aber häufig über das hohe Gewicht des Motorrades geärgert, da ich am liebsten Schotterwege und schmalste Strassen fahre.

Daher nun mal der Versuch in die andere Richtung. Hauptaugenmerk auf die Bedingungen am Reiseziel.

Zur Reichweite kann ich schon mal sagen, dass ich schon mehrfach 300km mit einer Tankfüllung gefahren bin. Bei einem Tankvolumen von 10,1 Liter finde ich das eine bemerkenswerte Leistung.

Am 13.04.2017 hab ich Sie bei Motorrad Huchting abgeholt und gleich mal eine kleine Runde gedreht:


Im direkten Vergleich zu meiner Twin lässt sich der Gewichtsunterschied schon erahnen.
Mit 157kg Vollgetankt ist sie dann gut 75 kg leichter. Hat aber für eine 250er eine stattliche Größe.
Leichter ist dann mit 135kg nur die CCM 450 die ich Anfang des Jahres zur Probe gefahren habe. Die ist aber im direkten Vergleich zur Honda ein Raubein neben dem sehr vibrationsarm laufenden Hondamotor.


Über das Osterwochenende habe ich dann die ersten 1000km voll gemacht und Sie dann am 18.04.2017 zur Inspektion gebracht:


Es gab weder bei mir noch bei Honda irgendwelche Auffälligkeiten.
Da ich die erste Inspektion beim Kauf mit eingehandelt habe, kann ich zu den Kosten leider nichts sagen.

Angebaut habe ich dann Heizgriffe von Daytona, USB-Steckdose, Navi (Garmin Montana 600) mit abschließbarer Halterung von Touratech und einen Gepäckträger, den ich in Tailand über "Bikerzbits"  bestellt habe. Der war tatsächlich nach drei Tagen da und wurde von meiner Frau angenommen während ich auf der Arbeit war. Sie durfte dann auch gleich vor Ort den Einfuhrzoll bezahlen ;-)




Sehr praktisch ist auch das abschliessbare Werkzeugfach.


Der Kettenschutz ist allerdings etwas zu kurz geraten. Den habe ich etwas verlängert, da sie doch sehr mit Kettenfett um sich geworfen hat.


Die erste "Kurzreise" mit leichtem Gepäck ging dann vom 12.05.-14.05.2017 auf das Twindurotreffen auf der Tonenburg

Unterwegs waren wir mit 2 Stück R1200 GS LC einer Africa Twin RD07 und meiner CRF 250 Rally.

Es musste keiner auf mich warten. Ich konnte Problemlos mithalten und hab mit Abstand am wenigsten Sprit verbraucht :-)
Das Fahrwerk arbeitet hervorragend. Es schluckt jede Unebenheit ohne in den Kurven schwammig zu werden.
Einstellbar ist nur die Vorspannung des Federbeines.
Endlich mal ein Fahrwerk das ich selber komplett einstellen kann ;-)

Auf der Anreise haben wir selbstverständlich regennasse Strassen gehabt ;-(
Die Verkleidung hält aber schon eine ganze Menge ab.



Schön wars...



Das nächste Highlight ist eine Reise mit Kumpel Raimond in den Süden.
Geplant ist über kleine Strassen hinunter zu fahren und etwas westlich von Bern in die Schweiz einzureisen. Dann weiter südlich zum Lac Cenis, den wir hoffentlich umrunden können. Haben wir schon mal versucht (da noch mit der V-Strom) als wir dann leider vom Schnee ausgebremst wurden. Und von da an steht Schotter auf der Speisekarte. Assietta, Sommeiller, Monte Jafferau, LGKS, Maria Stura und was wir sonst noch schaffen.....
Dann weiter westlich übers Stilfser Joch zurück.
Autobahnen sind natürlich strengstens untersagt. :-)
Pfingstsonntag geht es los.
Das ist von der Jahrszeit eigentlich ein bisschen früh, da noch einige Pässe unter meterhohem Schnee begraben sind.
Anfang August haben wir aber schon eine Tour ans Nordkapp geplant.

Hinterreifen

Nach gut 4000km hat der Hinterreifen noch 5mm Profil. Das wird für die Reise vermutlich nicht reichen.
Der original verbaute IRC Trails GP-22R in der Größe 120/80-18 62P gefällt mir eigentlich sehr gut. Er weist einen sehr guten Gripp sowohl auf der Straße als auch Offroad auf. Ich denke, dass der auch gute 7000km hält.
Also mal eben einen neuen ordern.
Denkste....
Auf dem freien Markt ist der nicht zu finden. Also ab zu Honda und da einen neuen besorgen.
Nach einem Blick in seinen Rechner hat er ihn auch schon gefunden. Aber irgendwie sieht er nicht glücklich aus.
Mit leichtem kratzen im Hals unterbreitet er mir den Preis und seine Gesichtsfarbe wechselt von Rot in Weiß.
V i e r h u n d e r t s e c h s u n d d r e i ß i g Euro!!!
Kein Witz.
Ich glaube es ist an der Zeit über eine alternative nachzudenken.


Sitzprobe

Als kleine Vorbereitung auf die kommende Italienreise habe ich mich heute mal auf eine längere Tour begeben um mal auszuprobieren wir lange ich so sitzen kann. Bei bestem Wetter ging es los.
Ingesamt war ich 9.5 Stunden unterwegs und bin 570 km gefahren.
Nach Ankunft wieder zu Hause hätte ich tatsächlich noch weiter fahren können. ;-)
Das hätte ich der Sitzbank so nicht zugetraut, da die rund 7 cm schmaler ist als die der Africa Twin.
Ich denke, die funktioniert so gut, weil die sehr hart gepolstert ist.
Die Rally hat sich hervorragend geschlagen. Verbraucht hat sie wieder sagenhafte 3 Liter.

Das ist der Track der heutigen Tour (hellblau)

Etwa 80% der Stecke haben so ausgesehen.

Weiter auf Kreisstrasse 48???
Also Kreisstrasse können die Parchimer :-)
Davon waren ungefähr 5% dabei.

Weitere 5% waren weicher Sand.

Eine Hubbrücke für eine Sportboot-
schleuse

Und dann noch das Schiffshebewerk Scharnebeck

Die restlichen 10% der Strecke waren dann Bundesstrasse.

Hier der Track zu der Runde: 

Track Ludwigslust Parchim



Nach 5000 km hat der Reifen, in der Mitte gemessen nun noch 3,5mm Profil.  Für die anstehende Schottertour kommt jetzt ein Bridgestone TW 302 F drauf, da der dem originalen Profil am nächsten kommt.                Mal sehen, wie der sich schlägt....

Da isser....




Die Planung ist abgeschlossen.
Endlich kann es losgehen.
Morgen um 4 Uhr treffen wir uns bei Raimond und dann startet das Abenteuer.

Hab ich was vergessen? Das sieht irgendwie so wenig aus für eine achttägige Motorradtour. Nee... Auf diese Klamotten habe ich es nach all den Reisen reduzieren können. Da für dieses Abenteuer Zelt und Co leider aus gewichtsgründen zu Hause bleiben müssen, braucht es für Übernachtungen in Gasthöfen / Hotels nicht mehr.


Um kurz vor Vier komme ich bei leichtem Nieselregen bei Raimond an. Der ist auch schon Abfahrbereit und so geht es ohne große Verzögerung gleich los. An schlafen war eh kaum zu denken, da gegen 1 Uhr ein mächtiges Gewitter über uns hinweg zog. Zu dem Regen gesellt sich nun auch noch Nebel, der sich erst gegen 8 Uhr auflöst. Überall liegen abgebrochene Äste und Blätter. Wir kommen nur langsam vorwärts. Vorbei an Biggesee und Nürburgring arbeiten wir uns nach Süden vor. So gegen Mittag lässt der Regen langsam nach und den Rest des Tages ist es bewölkt aber trocken.

Mit der Fähre kreuzen wir für preiswerte 2 Euro bei Senheim die Mosel.

Am Nachmittag durchqueren wir einen kleinen Zipfel von Frankreich. Sehr schön anzusehen sind die liebevoll bepflanzten Strassenränder in den kleinen Ortschaften.(leider kein Foto gemacht)

Kurz nachdem wir wieder in Deutschland angekommen sind nisten wir uns in dem Gasthof Blume in Oppenau-Lierbach ein.

Der Gasthof liegt direkt an einer schön geschwungenen Straße und von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick darauf. Bei Bier und Schnitzel lassen wir den Tag ausklingen und können vom Tisch aus den vorbeifahrenden Motorräden zuschauen. Herz, was brauchst du mehr.........

Alle Bilder des ersten Tages findest du hier.


Kurz nach unserem Start in den 2. Tag kommen wir durch Wolfsbach.
Der Ort ist mit dutzenden von Fahnen geschmückt. Sieht klasse aus.

Auf der weiteren Route sehen wir von weitem eine Skisprungschanze auf einem Berg.
Die sehen wir uns dann mal von nahem an. Es ist die Langenwaldschanze in Schonach.
Kaum zu glauben, wie steil die ist. Die Landebahn wirkt so schmal, dass wir den Springern keinen Seitenwand wünschen. ;-)

Der erste Pass der Tour: Col des Mosses. Schade, dass wir für solch ein Kurvenschwingen so weit reisen müssen. Es macht einfach richtig Spaß.

Als wir uns dann dem großen Saint Bernard nähern fängt es stark an zu Regnen. Statt den Berg zu überqueren entscheiden wir uns für den Tunnel. Für 16,40€ pro Nase erkaufen wir uns trockene 5,8 km. In "Bella Italia" angekommen ist es dann auch wieder trocken.

In Etroubles beziehen wir im Hotel Bau Sejour Quartier.

Nachdem wir uns dann frisch gemacht haben bin ich in die Garage um nach dem Rücklicht zu sehen. Im Laufe des Tages war das nämlich ausgefallen. An der Stelle richte ich dann einen freundlichen Gruß an die japanischen Konstrukteure, die die gesamte Beleuchtung der Rally sogar inklusive des Hauptscheinwerfers in LED-Technik verbaut haben. Ausser halt dem Rücklicht. Hier funzelt eine Zweifadenbirne wie schon zu meinen Mofazeiten. Darum hier mal die Frage an euch: welche Birne ist euch jemals an euren Zweirädern kaputt gegangen? Richtig. Wenn etwas kaputt geht ist es immer das Rücklicht. Da mir auch das Heck nicht so richtig gefällt, werde ich mich der Sache zu Hause mal annehmen und auch das letzte Leuchtmittel gegen LED ersetzen.
Zum Glück konnte ich an einer Tankstelle eine Birne bekommen. Dumm nur, dass diese nur in 24 Volt zu bekommen war. Leuchtet nur halb so hell, hält aber länger... :-)
Zum wechseln der Rücklichtbirne baut man bei der Rally den Gepäckträger, die Sitzbank und die Kunststoffabdeckung des Hecks ab um dann Werkzeuglos mit einem Dreh die Glühlampe zu wechseln. Bravo

Alle Bilder des zweiten Tages findest du hier.


Wenige Kilometer nach dem Aufbruch in den heutigen Tag kommen wir an einem Kawasaki / Gas Gas Händler vorbei. Hier können wir 1 Liter von dem guten Motorex 10 W 60 bekommem, das die Kati braucht. Von dem mitgenommenem halben Liter war am Ende des zweiten Tages nichts mehr da. Gut 200ml wollte sie jeden Tag haben. War für mich ein Grund mich von meiner 690 er damals zu trennen. Wer nimmt schon gerne ein Fass Öl mit auf Reisen... ;-)

Die Strecke an der Rückseite des Lac Cenis hat es auch dieses mal wieder in sich. Ein paar Schneebretter müssen wir umfahren. Dank der leichten Motorräder aber nicht besonders schwer.

Ein kurzer Blick vom Staudamm des Lac Cenis und ein Foto. Dann geht es weiter. Mit Staub in der Luft haben wir dieses Jahr weniger zu kämpfen als mit beschlagenen Visieren...;-)
Meine persönliche Schlacht um den Lac Cenis ist nun endlich geschlagen. Wir haben ihn komplett umrundet.

Ziemlich am Anfang des Weges hoch auf den Monte Jafferau kommen wir an diesem wunderschönen Wasserfall vorbei.

Bei der weiteren recht sportlichen Gangart(endlich Schotter) habe ich dann eine größere Steinplatte, die auf kipp lag mit dem Vorderrad erwischt. Die ist dann mindestens genau so sportlich nach oben geschnellt und hat sich dann in der rechten Motorverkleidung verewigt.


Nicht schön aber den Krümmer und vor allem den Fuß konnte sie erfolgreich schützen.

An der Galleria dei Saraceni (Jafferau Tunnel) angekommen hadern wir noch etwas mit uns. Sollen wir? Schließlich gilt der Tunnel als einsturzgefährdet.

Da die Neugier schließlich siegt bringen wir die Motorräder über den aufgeschütteten Erdwall in den Tunnel. Als wir gerade losfahren wollen kommen zwei gleichgesinnte mit ihren GS'n an. Da die niemals über den Wall zu bekommen sind entscheiden sie sich für den Rückzug und wir können starten. Gaanz leise ohne unnütze Vibrationen zu erzeugen....Das Herz schlägt bis zum Hals. Langsam tasten wir uns vor. Es ist wirklich Stockdunkel darin. Durch mehr oder weniger tiefes Wasser geht es dann um die Kurve bis zum andren Ende. Auch hier ist ein Wall aufgeschüttet, der sich aber mit einem Gasstoß überwinden lässt.

Auf der anderen Seite angekommen machen wir erst mal ein kleines Freudentänzchen. Was für ein Abenteuer. Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten....

zumindestens bis hinter die nächste Kurve... Da der Tunnel gesperrt ist besteht natürlich auch kein großes Interesse daran den Weg in Schuß zu halten. Und so machen einige umgestürzte Bäume die Sache wieder spannend. Es geht über einige drüber, drunter und an dieser Stelle umzu. Nicht ganz einfach bei der Schräge  die der Berg hier an den Tag legt.

Nach einer herrlichen Schotterhatz kommen wir dann aber an ein Schneebrett welches uns die Weiterfahrt beendet.

1,2 km vor dem Gipfel müssen wir leider wieder den Rückweg antreten. Ein wahnsinns  Panorama hier. Wir fahren dann über "Gleise" wieder herunter.

Heute kehren wir im Hotel/Ristorante Al Veccio Mulino ein. Das Hotel wurde gerade vor einer Woche in Betrieb genommen und wir sind die einzigen Übernachtungsgäste.

Zur Feier des Tages bestellen wir die Grillplatte für zwei Personen und staunen nicht schlecht, was uns da alles aufgetischt wird. Es war ein Gaumenschmaus.

Alle Bilder des dritten Tages findest du hier.